s begab sich im Jahre des Herren 1201, das sich der Bauer Gala samt seinem Weibe und seinem Erstgeborenen dazu gezwungen sah auf Grund familiären Zwistes die wenigen Habseligkeiten, die sie besaßen zu packen und außerhalb des kleinen Dorfes Borthorpe, welches bisher der Mittelpunkt ihres ganzen Lebens war, eine neue Heimat zu finden.so schnürten sie denn ihr Bündel und begaben sich zuerst in die Stadt Tremonia, da ihnen die näher an ihrer Heimat gelegene Städte zu nahe an Ihrem Geburtsorte lagen und sie des weiteren von fahrendem Volk gehört hatten, dass es wesentlich einfacher sei in der freien und Reichsstadt Tremonia sein Glück zu machen. nach kurzer Zeit dort traten sie in den Dienst des Hans von Wolkenstein. In den Anfängen Ihres Dienstes als Knecht und Dienstmagd genossen sie noch den Unterschied zu dem Leben als Fronbauern dem sie durch Ihre Flucht entkommen waren. Bald jedoch stellte es sich heraus, das ihr Herr grausam und ungerecht war, sie über alle maßen, selbst für die damalige Zeit ausbeutete und misshandelte. So waren Bauer Gala und seine Familie also vom Regen in die Traufe gekommen. Geflüchtet vor der Perspektivlosigkeit und den Ihnen übel wollenden Verwandten hinein in die Knechtschaft und Sadismus. Also reifte in Ihnen wiederum der Plan diesem Leben durch Flucht zu entrinnen.

 


a Ihr Herr Hans von Wolkenstein dem späteren Großinquisitor Konrad von Marburg sehr wohlgesonnen war, begab es sich anno Domini 1203 das er sich mit einem größeren Tross von der Stadt Tremonia aus auf machte gen Osten um sich an der Schauenburg mit anderen Edlen zu treffen und einer Turney beizuwohnen und im Rahmen dieses Ereignisses zusammen mit Konrad diverse Machtpolitische Themen zu besprechen. Diesem Tross gehörte auch unser ehemaliger Bauer und jetziger Stallknecht nebst seiner als Küchenmagd arbeitenden Frau und ihr gemeinsames Kind an. Als sie das Gelände unterhalb der Burg erreichten, fanden sie dort, wie nicht anders zu erwarten eine riesige Zeltstadt vor, denn es hatten sich viele Edle eingefunden und deren Tross fand längst nicht ausreichend Platz in der Burg des weiteren ergab es sich beinahe von allein das sich zu einer solchen Gelegenheit ein reges Markttreiben mit Händlern aus dem Umland, aber auch von weiter her bildete, die allerley Waren, von Lebensmitteln, die bei einer solchen Menge zu versorgender Leute den Hauptteil ausmachten, über Händler die mit Waren des täglichen Bedarfs handelten, bis hin zu solchen, die exotische und edle Waren anpriesen in der Hoffnung das sich auch die Edlen, die sich solche Dinge leisten konnten auf den Markt begaben. Beinahe selbstverständlich war es auch das sich die üblichen Randfiguren eines solchen Spektakels einfanden, Gaukler, Musiker, Beutelschneider und Bettler. Gala als Stallknecht hatte wenig Gelegenheit sich auf dem Markte umzutun und einen möglichen Unterschlupf für die Zeit nach einer Flucht umzusehen, sein Weib Ava jedoch welche als Küchenmagd des öfteren losgeschickt wurde Nahrungsmittel zu erwerben um den Tross zu versorgen, fand Gelegenheit sich hier und dort umzuhören, dort ein paar vorsichtige Fragen anzubringen und sich ein bild davon zu machen, wo man denn unter kommen könne

 


chließlich erhielt sie von einem wohlwollenden, gutherzigen Gaukler der sein auskommen als Sterndeuter, Magikus und Wunderheiler bestritt, den Hinweis auf eine Gruppe Händler aus dem im norden gelegenen Stedinger Land. Sie solle doch dort einmal ihr glück versuchen, es wären freundliche Leute, und sie würden, so wie er denke gut zu ihnen passen. Er war weiterhin so freundlich der Küchenmagd Ava noch den weg zum Lager der Händler aus dem Stedingerland zu weisen und dort ein gutes Wort für sie und ihre Familie einzulegen. Ava die Küchenmagd nutzte die nächsten tage, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Kontakt zu den Stedingern zu intensivieren und um die flucht ihrer Familie aus den Händen Hans von Wolkensteins zusammen mit den Stedingern zu planen. Als schließlich die Turney und das Markttreiben endete nutzen sie und ihr Mann den Tumult des Aufbruches um sich unbemerkt aus dem Tross des Herrn von Wolkenstein zu entfernen und sich zu den Stedingern zu begeben, welche bereits früher ihre zelte abgebrochen hatten und ihnen zugesichert hatten einen Tagesmarsch nördlich von Schauenburg auf sie zu warten. Für die beiden wurde es ein beschwerlicher und angstvoller marsch, hatten sie doch nicht nur für sich sondern auch noch für ihr 2 jähriges Kind sorge zu tragen und trotz der Freundlichkeit der Stedinger blieb doch die Unsicherheit, ob diese denn nun tatsächlich auf sie an der vereinbarten stelle auf sie warten würden. Umso glücklicher waren sie, als sie am ende des nächsten Tages tatsächlich auf die wartenden Stedinger stießen. Damit fand ein gefahrvoller und wechselhafter Abschnitt ihres Lebens ein vorläufiges ende, der ehemalige Bauer Gala und seyn Eheweib Ava konnten zum ersten mal wieder aufatmen.

 


achdem sie mit der Abordnung der Stedinger Bauernschaft deren Heimat, das Stedingerland erreichten, bekamen sie dort ein Stück Land zugewiesen, welches sie um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten bewirtschaften konnten. Die letzten Jahre der Rastlosigkeit hatten bei unserem Paar jedoch ihre Spuren hinterlassen, so dass sie schon bald wieder das Fernweh packte und so zogen sie bei nächster Gelegenheit wieder mit den Gesandten der Stedinger los. Von Marktflecken zu Marktflecken, von Stadt zu Stadt. So ergab es sich auch, dass sie, als sie einen Marktflecken in der Nähe der Stadt Münster besuchten ein weiteres mal auf das Gefolge des Großinquisitors Konrad von Marburg mit ihrem ehemaligen Herren dem Hans von Wolkenstein stießen. Ihre Befürchtungen vor Repressalien erwiesen sich jedoch als Grundlos, da sie von Wolkenstein nicht im geringsten beachtete, ebenso wenig wie der Rest der Gefolgschaft Konrad von Marburgs welche unsere Bauern kannte. So bereiste unser Bauernpaar zusammen mit ihrem Erstgeborenen als Legaten einen gut Teil der deutschen Landen vom Norden wo einst die Wikingersiedlung Haithabu lag im Herzogtum Schleswig über Städte wie Lich zu orten wie Weilburg im Süden. Vom östlichen Vicus Hanovere bis hin zum westlichen Aquis Grana der freien und Reichsstadt welche einst Karolus Magnus als Kaiserpfalz gehörte.

 

Fortsetzung folgt